Deklaration beim Hundefutter – was steckt wirklich im Napf?
- 10. Aug.
- 7 Min. Lesezeit
Du möchtest eigentlich nur wissen, was dein Hund frisst.
Und plötzlich liest du etwas von „mit Zitronensäure veresterten Mono- und Diglyceriden von Palmitin- und Stearinsäuren“.
Alles klar. 😄
Dabei sollte eine Zutatenliste doch eigentlich genau eine Aufgabe haben: Dir zeigen, was im Futter steckt.
Ganz so einfach ist es leider nicht.
Denn Prozentzahlen, Klammern, Frischfleisch und unterschiedlich bezeichnete Zutaten können dafür sorgen, dass eine Deklaration beim schnellen Lesen ganz anders wirkt, als sie tatsächlich ist.
Du brauchst dafür aber kein Studium in Futtermittelkunde.
Wir schauen uns einfach ein paar typische Beispiele an – und übersetzen sie ins normale Deutsch.

Die Vorderseite verkauft – die Rückseite verrät mehr
Auf der Vorderseite eines Futtersacks sieht die Welt meistens ziemlich gut aus.
Ein schönes Stück Fleisch, ein paar Kräuter, Gemüse und vielleicht noch ein glücklicher Hund auf einer grünen Wiese.
Interessanter wird es auf der Rückseite.
Denn dort findest du die tatsächliche Zusammensetzung.
Und dabei lohnt es sich, nicht nur darauf zu schauen, welche Zutaten genannt werden, sondern auch darauf, wie sie genannt werden.
Denn manchmal steckt die entscheidende Information in einer kleinen Klammer.
Klammern – klein, aber manchmal ganz schön gemein
Schauen wir uns eine Deklaration einer bekannten Premium-Marke aus dem Zoofachhandel an:
Dort steht:
„Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (61 %, davon 8 % Lammfleisch)“
Was bleibt beim schnellen Lesen hängen?
61 % – Lammfleisch.
Klingt nach ziemlich viel Lamm.
Aber Vorsicht: Die 61 % beziehen sich auf Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse insgesamt. Vom ausdrücklich genannten Lammfleisch sind davon nur 8 % angegeben.
Was die restlichen tierischen Bestandteile genau sind?
Das erfahren wir nicht.
Eine kleine Klammer macht hier also einen ziemlich großen Unterschied.
Getreide zuerst – bei einem Hundefutter?
Noch interessanter wird es bei einem bekannten Futter aus dem tierärztlichen Bereich.
Dort steht:
„Getreide (Reis), Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (Lammfleischmehl) (28,2 %) …“
Erstes Wort: Getreide.
Da frage ich mich schon: Hundefutter oder Vogelfutter? 😄
„Getreide (Reis)“ heißt: Das Getreide ist Reis. Wie viel davon enthalten ist? Keine Angabe.
Danach kommt Lammfleischmehl. Wichtig: Dort steht nicht Lammfleisch.
Fleischmehl ist ein verarbeitetes, getrocknetes tierisches Produkt. Dafür können auch Nebenprodukte aus der Schlachtung verwendet werden - umgangssprachlich Schlachtabfälle.
Was genau vom Lamm verarbeitet wurde? Wissen wir nicht.
Und die 28,2 %?
Auch hier genau lesen: Da steht nicht „28,2 % Lammfleisch“.
Du siehst also Reis + Lamm + 28,2 % und hast schnell ein schönes Bild im Kopf.
Die Deklaration verrät uns aber deutlich weniger.
70 % Frischfleisch – sind das wirklich 70 % Fleisch?
Bei einer weiteren bekannten Premium-Marke wird mit 70 % Frischfleisch geworben.
70 % Fleisch klingt erst einmal fantastisch.
Aber ein einziges kleines Wort kann einen großen Unterschied machen:
Frischfleisch.
Frisches Fleisch enthält von Natur aus viel Wasser. Und Wasser wiegt mit.
Wenn bei der Herstellung beispielsweise 70 % frisches Fleisch eingesetzt werden, wird dieses Fleisch mit seinem ursprünglichen Wasseranteil gewogen.
Bei der Herstellung von Trockenfutter geht anschließend ein großer Teil dieser Feuchtigkeit verloren.
Das bedeutet:
70 % Frischfleisch sind nicht dasselbe wie 70 % Fleisch im fertigen Trockenfutter.
Deshalb kannst du eine Angabe wie 70 % Frischfleisch auch nicht einfach mit 40 % getrocknetem Fleisch vergleichen.
Die größere Zahl muss nicht automatisch bedeuten, dass im fertigen Futter tatsächlich mehr Fleischsubstanz steckt.
Das ist einer dieser kleinen Unterschiede, die auf einer Verpackung ziemlich viel ausmachen können.
Geflügelprotein – klingt nach Fleisch. Ist aber nicht dasselbe.
Auch bei einer sehr bekannten Marke aus dem tierärztlichen Umfeld lohnt sich ein zweiter Blick auf die Zutatenliste:
Geflügelprotein, Weizenmehl, Vollkornmais, Vollkornweizen, Maismehl …
Beim schnellen Lesen denkt man:
Prima. Geflügel steht an erster Stelle.
Klingt erst einmal gut.
Aber dort steht nicht: Geflügelfleisch.
Dort steht: Geflügelprotein.
Welche Teile des Geflügels dafür verarbeitet wurden?
Das erfahren wir aus dieser Bezeichnung nicht.
Welches Geflügel genau verwendet wurde?
Ebenfalls nicht.
Und wie viel davon tatsächlich Muskelfleisch war?
Auch das sagt uns „Geflügelprotein“ nicht.
Du liest also Geflügel und denkst vielleicht an ein schönes Stück Hähnchenfleisch.
Genau das steht dort aber nicht.
Ein bisschen Mais hier, ein bisschen Weizen dort …
Jetzt lesen wir dieselbe Zutatenliste einfach noch ein Stück weiter:
„Geflügelprotein, Weizenmehl, Mais, Tierfett, Weizen, hydrolysierte Tierproteine, Maismehl, Maiskleber …“
Fällt dir etwas auf?
Da haben wir: Weizenmehl + Weizen
und: Mais + Maismehl + Maiskleber
Alles schön einzeln aufgeführt.
Wie viel Weizen steckt insgesamt im Futter?
Wissen wir nicht.
Wie viel Mais insgesamt?
Wissen wir ebenfalls nicht.
Geflügelprotein steht zwar ganz vorne. Ob davon aber wirklich mehr enthalten ist als von Mais und Weizen zusammengenommen, lässt sich aus dieser Zutatenliste nicht erkennen.
Plötzlich sieht „Geflügel an erster Stelle“ schon etwas anders aus.
Federmehl – ja, da steht wirklich Feder
Noch spannender wird es bei einem anderen sehr bekannten Spezialfutter aus dem tierärztlichen Bereich.
Dort beginnt die Zusammensetzung mit:
„Maisstärke, Federmehl hydrolysiert mit geringem Molekulargewicht …“
Erstes Wort: Maisstärke.
Direkt danach: Federmehl.
Und ja – damit sind tatsächlich Federn gemeint.
Die Federn werden verarbeitet und die enthaltenen Proteine durch Hydrolyse stark zerlegt.
Der Hersteller gibt sogar 19,78 % hydrolysiertes Federmehl als Proteinquelle an.
Der Ausgangsrohstoff bleibt trotzdem: Federn.
Wer bei „tierischem Protein“ automatisch an Fleisch denkt, bekommt hier einen ziemlich guten Grund, Zutatenlisten künftig genauer zu lesen.
Denn:
Federprotein ist tierisches Protein. Fleisch ist es trotzdem nicht.
Und plötzlich brauchst du ein Wörterbuch
Bei demselben Futter finden wir noch etwas:
„mit Zitronensäure veresterte Mono- und Diglyceride von Palmitin- und Stearinsäuren“
Versuch das ruhig dreimal schnell hintereinander zu sagen. 😄
Dabei möchtest du eigentlich nur wissen, was dein Hund frisst.
Hinter diesem beeindruckenden Namen steckt ein technologischer Zusatzstoff – also kein Stück Fleisch, Gemüse oder irgendein anderes Lebensmittel, das man spontan in einem Hundenapf erwarten würde.
Und auch Zitronensäure bedeutet übrigens nicht automatisch, dass jemand eine Zitrone über dem Futtersack ausgepresst hat.
Industriell verwendete Zitronensäure wird heute überwiegend durch Fermentation hergestellt.
Spätestens hier darf man sich eine ziemlich einfache Frage stellen:
Warum braucht ein Hundefutter überhaupt solche technischen Helfer?
Wenn „mit Huhn“ plötzlich Pekannussschalen enthält
Auch bei einer weiteren bekannten Marke, die stark im tierärztlichen Bereich vertreten ist, lohnt sich der Blick auf die Rückseite.
In einem Trockenfutter „mit Huhn“ finden sich unter anderem:
Mais
Weizen
Erbsenkleiemehl
Maisklebermehl
getrockneter Tomatentrester
Rübentrockenschnitzel
und sogar: gemahlene Pekannussschalen
Ja.
Schalen. Nicht Pekannüsse.
Und da darfst du dich ruhig fragen:
Wenn du ein Hundefutter mit Huhn kaufst – hättest du erwartet, irgendwann gemahlene
Nussschalen in der Zutatenliste zu finden?
Genau deshalb lohnt sich der Blick auf die Rückseite.
Vorne wird verkauft. Hinten wird es interessant.
Viele Hundehalter verbinden Futter, das über Tierarztpraxen angeboten wird, automatisch mit einer besonders hochwertigen oder natürlichen Zusammensetzung.
Das muss aber nicht dasselbe sein.
„Vom Tierarzt“ bedeutet nicht automatisch „besonders natürlich“, „besonders fleischreich“ oder „wenig verarbeitet“.
Es lohnt der Blick auf die Zutatenliste.
Vor allem dann, wenn dein Hund gar keine Erkrankung hat, für die eine spezielle Diät notwendig ist.
Was sind eigentlich Füllstoffe?
Das Wort verrät eigentlich schon ziemlich viel:
Sie füllen.
Füllstoffe können günstige Bestandteile sein, die vor allem Masse ins Futter bringen, ohne entsprechend viele hochwertige Nährstoffe mitzubringen.
Und genau da wird es interessant.
Fleisch und hochwertige tierische Rohstoffe kosten Geld. Getreidebestandteile, Faserstoffe oder pflanzliche Nebenprodukte können deutlich günstiger sein.
Der Futtersack wird voller. Der Nährwert aber nicht automatisch besser.
Im Napf kann davon dann schlicht mehr nötig sein, damit der Hund seinen Bedarf deckt. Und was vorne mehr hineingeht, kommt häufig auch hinten wieder heraus.
Zellulose – klingt besser als Sägespäne
Besonders interessant wird es bei Zellulose.
Zellulose ist ein natürlicher Bestandteil pflanzlicher Zellwände. Sie steckt in Pflanzen – aber eben auch in Holz und Papier.
Für Tierfutter kann aufbereitete Zellulose als Faserstoff eingesetzt werden.
Nein, das bedeutet nicht, dass der Hersteller einen alten Versandkarton durch den Häcksler jagt. 😄
Aber die berühmte Kritik von „Pappe oder Sägespäne im Tierfutter“ kommt nicht völlig aus dem Nichts: Holz besteht zu einem erheblichen Teil aus Zellulose.
Und da darf man sich durchaus fragen:
Braucht mein Hund diesen Bestandteil wirklich – oder soll hier vor allem günstig Masse in den Futtersack?
Und wie viel davon steckt drin?
Jetzt kommt der nächste Haken.
Steht beispielsweise Zellulose in der Zusammensetzung, muss daneben nicht automatisch stehen: Zellulose 1 %, 3 % oder 5 %.
Du weißt also, dass sie enthalten ist – aber nicht unbedingt, wie viel davon.
Weiter unten findest du vielleicht bei den analytischen Bestandteilen:
Rohfaser 3 %
Aber Achtung:
Das bedeutet nicht, dass 3 % Zellulose enthalten sind.
„Rohfaser“ ist ein Analysewert. Die gemessenen Faserbestandteile können aus verschiedenen Zutaten stammen – beispielsweise Zellulose, Schalen, Kleie oder anderen pflanzlichen Bestandteilen.
Du kannst daraus also nicht zurückrechnen:
Wie viel Zellulose? Wie viele Schalen? Wie viel Kleie?
Und genau deshalb lohnt sich wieder der Blick auf die eigentliche Zutatenliste.
Denn zwischen:
„Da sind pflanzliche Fasern drin.“
und
„Ich weiß genau, was und wie viel davon mein Hund frisst.“
liegt ein ziemlich großer Unterschied.
Ein voller Futtersack ist schließlich noch lange kein voller Nährstoffsack.
Und wie sieht das bei REiCO aus?
Nach all den Klammern, Sammelbegriffen, Fleischmehlen, Federproteinen, Füllstoffen und komplizierten Zusatzstoffen wird es jetzt angenehm einfach.
Denn genau diese Einfachheit ist für mich eine der großen Stärken von REiCO.
REiCO setzt auf natürliche Rohstoffe und verständliche Rezepturen.
Keine tierischen Nebenprodukte oder Schlachtabfälle, hinter denen sich alles Mögliche verstecken kann.
Keine billigen Streck- und Füllstoffe, die hauptsächlich dafür sorgen, dass der Futtersack voll wird.
Keine beeindruckenden Frischfleisch-Prozentzahlen, die nach dem Entzug des enthaltenen Wassers plötzlich ganz anders aussehen.
Und keine Zutatenlisten, für die du erst einmal ein Wörterbuch brauchst, um zu verstehen, was dein Hund eigentlich frisst.
Die Genialität liegt in der Einfachheit.
Fleisch ist Fleisch. Gemüse ist Gemüse. Kräuter sind Kräuter.
Und genau so sollte Hundefutter für mich sein.
Natürlichkeit statt Lebensmittelchemie
REiCO versucht nicht, aus einer möglichst günstigen Grundmasse durch immer neue Zusätze ein vermeintlich hochwertiges Futter zu machen.
Im Mittelpunkt stehen hochwertige tierische Rohstoffe, Gemüse, Kräuter und natürliche Zutaten.
Dazu kommt die schonende Herstellung: Die Trockenfuttersorten werden je nach Rezeptur kaltgepresst oder gebacken – und nicht im klassischen Extrusionsverfahren hergestellt.
Auch bei den Zusätzen verfolgt REiCO einen Ansatz, der zu dieser Philosophie passt: so viel wie nötig, so natürlich wie möglich.
Und natürlich gehört dazu das mineralische Gleichgewicht, das für REiCO ein zentraler Bestandteil der Fütterungsphilosophie ist.
Genau deshalb REiCO
Und es gibt noch einen Unterschied:
Du musst mit deinen Fragen nicht allein vor dem Futtersack stehen.
REiCO setzt bewusst auf den persönlichen Direktvertrieb.
Wenn du wissen möchtest, was eine Angabe bedeutet, wie sich bestimmte Bestandteile zusammensetzen oder welches Futter zu deinem Hund passt, kannst du deinen REiCO Ansprechpartner fragen.
Wenn du dir bei der Auswahl des passenden Futters unsicher bist, findest du auf unserer
Seite zur kostenlosen Futterberatung weitere Unterstützung.
Denn eine Verpackung muss nicht die komplette Rezeptur verraten.
Gutes Hundefutter muss nicht kompliziert sein. Man muss nur verstehen können, was drin ist.
Fazit
Eine Deklaration kann korrekt sein und trotzdem mehr versprechen, als man beim ersten Lesen wirklich erfährt.
Wer genauer hinschaut, erkennt schnell: Nicht die größte Prozentzahl oder das schönste Wort entscheidet – sondern was tatsächlich dahintersteckt.
REiCO setzt bewusst auf klare Rezepturen, natürliche Rohstoffe und eine möglichst einfache Zusammensetzung.
Denn gutes Hundefutter muss nicht kompliziert sein.
Man sollte nur verstehen können, was im Napf landet.



