Grasmilben beim Hund – woran erkennst du sie?
- 4. Aug.
- 7 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 6. Aug.
Wenn von Grasmilben beim Hund gesprochen wird, sind eigentlich ihre Larven gemeint.
Die ausgewachsenen Milben leben im Boden und interessieren sich nicht für deinen Hund. Nur die winzigen orangefarbenen Larven setzen sich auf die Haut. Dort stechen sie nicht wirklich zu und saugen auch kein Blut. Sie ritzen die oberste Hautschicht an und nehmen die austretende Gewebeflüssigkeit auf.
Besonders häufig sitzen sie zwischen den Zehen, an den Pfoten, am Bauch, an den Achseln oder an den Ohren.

Woran erkennst du Grasmilbenlarven?
Viele Hunde lecken oder knabbern plötzlich stark an ihren Pfoten.
Die Haut zwischen den Zehen kann rot und gereizt sein. Manchmal erkennst du winzige orangefarbene Punkte. Der Juckreiz kann sehr stark werden, obwohl die Larven meist nur einige Tage am Hund bleiben.
Auch nachdem sie abgefallen sind, kann die Haut noch eine Weile weiterjucken.
Was kannst du nach dem Spaziergang tun?
Spüle die Pfoten und den unteren Bauch nach dem Spaziergang mit lauwarmem Wasser ab.
So entfernst du viele Larven, bevor sie sich länger an der Haut festsetzen. Achte besonders auf die Stellen zwischen den Zehen. Danach die Pfoten vorsichtig trocken tupfen, ohne stark zu reiben.
Auch ein feuchtes Tuch kann unterwegs helfen, wenn dein Hund nach dem Kontakt mit Gras sofort stark leckt oder knabbert.
👉 Leckt oder knabbert dein Hund trotz gründlichem Abspülen weiterhin ständig an den Pfoten, steckt nicht immer nur ein Grasmilbenbefall dahinter. Auch Allergien oder andere Hautprobleme können ähnliche Beschwerden verursachen.
Wo sitzen die Larven besonders häufig?
Die Larven warten im Gras und auf niedrigen Pflanzen auf einen passenden Wirt.
Darum findest du sie vor allem an Körperstellen, die beim Laufen mit dem Boden oder den Pflanzen in Kontakt kommen: zwischen den Zehen, an den Beinen, am Bauch, in den Achseln und manchmal auch an der Schnauze oder an den Ohren.
Ein kurzer Blick auf diese Stellen nach dem Spaziergang kann helfen, die kleinen orangefarbenen Punkte früh zu entdecken.
Wann sind Grasmilben besonders aktiv?
Grasmilben mögen warmes und eher trockenes Wetter.
Besonders häufig treten sie im Sommer und im frühen Herbst auf. An sonnigen Tagen sitzen die Larven oft im Gras und auf niedrigen Pflanzen.
Nach einem Spaziergang über trockene Wiesen kann es deshalb sein, dass dein Hund plötzlich stärker an den Pfoten leckt oder sich am Bauch kratzt.
Nach Regen sind meist weniger Larven aktiv. Ganz verschwunden sind sie dadurch aber nicht.
Können Grasmilben auch im eigenen Garten vorkommen?
Ja. Auch im eigenen Garten können Grasmilben sitzen.
Vor allem Rasenflächen, sonnige Stellen und Bereiche mit niedrigem Bewuchs können betroffen sein.
Regelmäßiges Mähen kann helfen, das Gras kurz zu halten. Ganz verhindern lassen sich Grasmilben dadurch aber nicht.
Du musst deinen Garten deshalb nicht mit starken Mitteln behandeln. Meist ist es sinnvoller, deinen Hund nach dem Aufenthalt im Gras kurz abzuspülen und auf erste Hautreaktionen zu achten.
Grasmilben oder doch etwas anderes?
Starkes Lecken an den Pfoten muss nicht immer von Grasmilben kommen.
Auch Allergien, kleine Verletzungen, gereizte Haut oder Fremdkörper zwischen den Zehen können dahinterstecken.
Typisch für Grasmilben ist, dass die Beschwerden vor allem nach Kontakt mit Gras auftreten und sich in der warmen Jahreszeit häufen.
Bleiben die Probleme dauerhaft bestehen oder kommen auch im Winter vor, steckt möglicherweise etwas anderes dahinter.
Wie lange bleiben die Larven am Hund?
Die Larven bleiben meistens nur einige Tage auf der Haut. Danach fallen sie von selbst ab und entwickeln sich draußen weiter.
Der Juckreiz kann trotzdem noch länger bleiben. Die Haut ist durch die Larven gereizt und braucht etwas Zeit, um sich wieder zu beruhigen.
Übertragen sich Grasmilben von Hund zu Hund?
Nein. Die Larven springen nicht von einem Hund auf den nächsten.
Jeder Hund nimmt sie draußen selbst auf – zum Beispiel im Gras, auf Wiesen oder an niedrigen Pflanzen. Auch Menschen können betroffen sein, bekommen die Larven aber ebenfalls direkt aus der Umgebung und nicht vom Hund.
Was hilft bei Grasmilben?
Als Erstes solltest du die betroffenen Stellen gründlich mit lauwarmem Wasser abspülen.
Bei den Pfoten funktioniert das besonders gut in einer kleinen Schüssel oder Pfotenwanne. Lass die Pfoten kurz im Wasser stehen und spüle auch die Stellen zwischen den Zehen vorsichtig ab.
Danach tupfst du alles mit einem weichen Handtuch trocken. Bitte nicht stark reiben. Die Haut ist meist schon gereizt und wird dadurch nur noch empfindlicher.
Oft reicht diese einfache Reinigung bereits aus, um viele Larven zu entfernen.
Was kannst du gegen den Juckreiz tun?
Wenn die Haut nur leicht gerötet ist, solltest du sie zunächst in Ruhe lassen und sauber halten.
Vermeide aggressive Shampoos, Desinfektionsmittel oder ständig wechselnde Cremes. Zu viele Mittel können die Haut zusätzlich reizen.
Auch das Lecken solltest du im Blick behalten. Leckt dein Hund immer wieder an derselben Stelle, kann die Haut schnell wund werden.
Ein kühler, feuchter Waschlappen kann die betroffene Stelle für einige Minuten beruhigen. Achte aber darauf, die Haut danach wieder vorsichtig trocken zu tupfen.
Kannst du Grasmilben vorbeugen?
Ganz verhindern kannst du Grasmilben meistens nicht.
Du kannst aber versuchen, in der Grasmilbenzeit trockene Wiesen, hohes Gras und stark bewachsene Wegränder zu meiden. Laufe lieber auf festen Wegen und kontrolliere nach dem Spaziergang kurz die Pfoten und den Bauch deines Hundes.
Bei einem Hund, der jedes Jahr stark reagiert, kann es helfen, die Pfoten nach jeder Runde kurz abzuspülen.
So entfernst du die Larven früh und brauchst nicht sofort zur chemischen Keule zu greifen.
Auch die Haut von innen unterstützen
Eine gesunde Haut kann mit kleinen Reizungen häufig besser umgehen.
Neben der Pflege von außen spielt deshalb auch das Futter eine Rolle. Hochwertige Zutaten und eine passende Versorgung mit Nährstoffen können Haut und Fell von innen unterstützen.
Mehr dazu findest du bei den natürlichen Ergänzungen für Haut und Fell.
Wann solltest du zum Tierarzt gehen?
Nicht jeder Juckreiz kommt automatisch von Grasmilben.
Wenn dein Hund sich sehr stark kratzt, die Haut offen oder nässend ist oder sich die Stellen entzünden, solltest du sie untersuchen lassen.
Auch wenn die Beschwerden nach einigen Tagen nicht besser werden, ist ein Tierarztbesuch sinnvoll.
So kann geklärt werden, ob wirklich Grasmilben dahinterstecken oder vielleicht eine Allergie, Pilze, Bakterien oder ein anderer Hautreiz.
Warum reagieren manche Hunde stärker auf Grasmilben?
Vielleicht kennst du das sogar von deinem eigenen Hund.
Zwei Hunde laufen gemeinsam über dieselbe Wiese. Der eine hat überhaupt keine Beschwerden. Der andere leckt sich stundenlang die Pfoten und kratzt sich immer wieder.
Das liegt daran, dass jeder Hund anders auf Grasmilben reagiert.
Manche Hunde merken die Larven kaum. Andere reagieren sehr empfindlich. Vor allem Hunde mit Allergien oder einer ohnehin empfindlichen Haut haben oft deutlich mehr Probleme.
Auch wenn die Larven nach wenigen Tagen wieder verschwunden sind, kann der Juckreiz noch länger anhalten.
Kann ein Hund gegen Grasmilben allergisch sein?
Ja.
Einige Hunde reagieren nicht nur auf die Larven selbst, sondern auch auf den Speichel, den sie beim Fressen an der Haut abgeben.
Dadurch kann der Juckreiz deutlich stärker werden. Die Haut wird rot, gereizt und manchmal entstehen kleine Pusteln oder Krusten.
Vor allem Hunde, die bereits unter anderen Allergien leiden, sind häufiger betroffen.
Nicht immer sind Grasmilben der einzige Auslöser für Juckreiz und gerötete Haut. Auch Allergien oder andere Hautprobleme können ähnliche Beschwerden verursachen. Weitere passende Beiträge findest du in der Kategorie Haut, Pfoten & Allergien.
Grasmilben oder Herbstgrasmilben – ist das ein Unterschied?
Eigentlich nicht.
Die Begriffe werden meistens gleich verwendet.
Gemeint sind fast immer die winzigen orangefarbenen Larven der Herbstgrasmilbe. Sie treten vor allem vom Sommer bis in den Herbst auf und fühlen sich auf warmen, trockenen Wiesen besonders wohl.
Welche Fehler machen viele Hundehalter?
Wenn der Hund sich ständig kratzt, möchten wir ihm natürlich möglichst schnell helfen.
Dabei passieren aber häufig ein paar typische Fehler.
Viele waschen den Hund immer wieder mit Shampoo. Andere probieren innerhalb weniger Tage verschiedene Sprays, Cremes oder Hausmittel aus.
Das kann die gereizte Haut zusätzlich belasten.
Oft ist weniger sogar mehr.
Pfoten und Bauch nach dem Spaziergang mit Wasser abspülen, die Haut beobachten und dem Körper etwas Zeit geben – das reicht bei vielen Hunden bereits aus.
Natürliche Unterstützung statt chemischer Keule
Nicht jeder Hund braucht sofort starke Mittel.
Viele Hunde kommen gut zurecht, wenn die Haut sauber gehalten wird und der Körper von innen gut versorgt ist.
Eine ausgewogene Ernährung und hochwertige natürliche Zutaten können dazu beitragen, Haut und Fell zu unterstützen. Gerade bei Hunden mit empfindlicher Haut lohnt es sich deshalb, nicht nur die Pfoten anzuschauen, sondern auch einen Blick auf das Futter zu werfen.
Welche natürlichen Möglichkeiten es dafür gibt, findest du in unserer Übersicht zu den Ergänzungsfuttermitteln für Haut und Fell.
Unser Tipp
Wenn dein Hund jedes Jahr zur gleichen Zeit Probleme mit Grasmilben hat, beginne am besten schon vor der Saison mit einer guten Hautpflege.
Schau dir nach dem Spaziergang kurz die Pfoten an. Sind die Stellen zwischen den Zehen gerötet oder beginnt dein Hund plötzlich stark zu lecken, kann das ein Hinweis auf Grasmilben sein. Dann hilft es oft schon, die Pfoten mit lauwarmem Wasser abzuspülen.
Mit dieser kleinen Routine lassen sich viele Beschwerden deutlich reduzieren – ganz ohne, dass du sofort zu starken Mitteln greifen musst.
Was solltest du lieber nicht machen?
Wenn dein Hund starken Juckreiz hat, möchtest du natürlich schnell helfen.
Trotzdem solltest du nicht wahllos verschiedene Sprays, Shampoos oder Cremes ausprobieren. Gerade gereizte Haut kann darauf noch empfindlicher reagieren.
Auch ätherische Öle gehören nicht einfach auf die Haut deines Hundes. Manche davon können zusätzlich reizen oder werden beim Ablecken aufgenommen.
Bei Mitteln gegen Parasiten solltest du ebenfalls genau hinschauen. Nicht jedes Produkt ist automatisch nötig, nur weil dein Hund sich nach einem Spaziergang an den Pfoten leckt.
Oft ist es sinnvoller, zuerst ruhig zu bleiben, die Pfoten mit lauwarmem Wasser abzuspülen und die Haut zu beobachten.
Kannst du die Haut deines Hundes von innen unterstützen?
Grasmilben kommen von draußen. Trotzdem spielt auch der allgemeine Zustand der Haut eine Rolle.
Eine gut versorgte Haut kann mit äußeren Reizen oft besser umgehen. Dazu gehören ein passendes Futter, hochwertige Fette und Nährstoffe, die Haut und Fell unterstützen.
Gerade bei Hunden mit empfindlicher Haut lohnt es sich deshalb, nicht nur die betroffenen Stellen von außen zu pflegen.
Mehr dazu findest du bei unseren [natürlichen Ergänzungen für Haut und Fell].
Fazit
Grasmilben sind lästig, aber meistens kein Grund zur Panik.
Typisch sind plötzliches Lecken an den Pfoten, gerötete Haut zwischen den Zehen und Juckreiz nach dem Kontakt mit Gras.
Oft hilft schon eine einfache Routine: Pfoten und Bauch mit lauwarmem Wasser abspülen, vorsichtig trocken tupfen und die Haut nicht mit zu vielen Mitteln belasten.
Wird die Haut wund, nässt sie oder kommt dein Hund gar nicht mehr zur Ruhe, solltest du die Ursache abklären lassen.
In vielen Fällen kommst du aber mit Wasser, Ruhe und einem guten Blick auf die Haut schon sehr weit – ganz ohne sofort zur chemischen Keule zu greifen.
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