Juckreiz beim Hund - was steckt dahinter?
- 3. Aug.
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 5 Tagen
Juckreiz kann viele Ursachen haben.
Manche Hunde kratzen sich nur gelegentlich. Andere lecken ständig an den Pfoten, knabbern an der Haut oder scheuern sich an Möbeln und Teppichen.
Häufig stecken Allergien, Parasiten, trockene Haut oder Hautentzündungen dahinter. Auch das Futter kann eine Rolle spielen.
In diesem Beitrag erfährst du:
• Woran du starken Juckreiz erkennst
• Welche Ursachen am häufigsten dahinterstecken
• Welche Rolle Allergien, Parasiten und das Futter spielen
• Was du selbst beobachten kannst
• Wann du zum Tierarzt solltest
• Wie du deinen Hund sinnvoll unterstützen kannst

Woran erkennst du starken Juckreiz?
Ein Hund mit starkem Juckreiz kratzt sich nicht nur ab und zu.
Oft leckt oder knabbert er immer wieder an derselben Stelle. Die Haut kann gerötet sein, das Fell wird dünner oder es entstehen kleine wunde Stellen.
Auch häufiges Kopfschütteln, Pfotenlecken oder Reiben mit dem Gesicht können dazugehören.
Leckt oder knabbert dein Hund besonders häufig an seinen Pfoten, können ganz unterschiedliche Ursachen dahinterstecken. In unserem Beitrag Warum leckt mein Hund ständig die Pfoten? erfährst du, worauf du dabei achten solltest.
Kratzt sich dein Hund häufig an den Ohren, schüttelt den Kopf oder riechen die Ohren unangenehm, kann zusätzlich eine Ohrenentzündung dahinterstecken.
Wie oft ist wirklich das Futter schuld?
Viele denken bei Juckreiz sofort an eine Futterallergie. Dabei liegt die Ursache viel häufiger in der Umwelt.
Als einfache Orientierung gilt: Nur etwa 20 Prozent der allergischen Hautprobleme hängen mit dem Futter zusammen. Bei ungefähr 80 Prozent spielen andere Auslöser eine Rolle – besonders Pollen, Gräser, Hausstaubmilben oder Schimmel.
Das bedeutet: Juckreiz kommt nicht automatisch vom Futter. Oft lohnt es sich, auch die Umgebung und die Jahreszeit genauer anzuschauen.
Ein Beispiel aus dem echten Leben: Eine Kundin erzählte mir von ihrem Hund, der sich jahrelang kratzte, oft an den Pfoten leckte und immer wieder erbrach.
Sie probierte verschiedene Futtersorten aus, gab Ergänzungen und war immer wieder beim Tierarzt. Das kostete viel Geld – aber dem Hund ging es trotzdem nicht besser.
Am Ende war gar nicht das Futter schuld. Der Hund reagierte auf das Putzmittel, mit dem jeden Montag die Küche gewischt wurde. Dort lag er besonders gern und kam immer wieder damit in Kontakt.
Dieses Beispiel zeigt: Bei Juckreiz sollte man nicht nur auf das Futter schauen. Manchmal kommt der Auslöser aus der ganz normalen Umgebung.
Welche Umweltallergien kommen häufig vor?
Viele Hunde reagieren auf Dinge, die sie draußen oder zu Hause jeden Tag berühren oder einatmen.
Dazu gehören zum Beispiel Pollen, Gräser, Hausstaubmilben, Schimmel oder bestimmte Reinigungsmittel. Manche Beschwerden treten nur zu bestimmten Jahreszeiten auf. Andere bleiben das ganze Jahr über bestehen.
Darum lohnt es sich, genau zu beobachten: Wird der Juckreiz im Frühling stärker? Leckt dein Hund nach dem Spaziergang mehr an den Pfoten? Oder beginnt das Kratzen immer nach dem Putzen?
Typisch für eine Pollenallergie ist, dass der Juckreiz jedes Jahr zur gleichen Jahreszeit stärker wird. Reagiert dein Hund dagegen das ganze Jahr über, können auch Hausstaubmilben oder Schimmel eine Rolle spielen.
Weitere hilfreiche Beiträge rund um Allergien, Hautprobleme und empfindliche Pfoten findest du auch in unserer Kategorie Haut, Pfoten & Allergien.
Auch Parasiten können Juckreiz auslösen
Nicht jeder Juckreiz ist eine Allergie.
Zu den möglichen Auslösern gehören auch Flöhe, Grasmilben und die Hirschlausfliege. Je nach Parasit treten die Beschwerden an unterschiedlichen Körperstellen und zu verschiedenen Jahreszeiten auf.
Flöhe, Milben oder andere Parasiten können die Haut stark reizen. Manchmal reicht schon ein einzelner Flohbiss, damit sich ein empfindlicher Hund heftig kratzt.
Auch wenn du nichts im Fell entdeckst, können Parasiten trotzdem eine Rolle spielen. Achte auf kleine Krusten, kahle Stellen, gerötete Haut oder schwarzen Krümel im Fell.
Gerade im Spätsommer verursachen auch Grasmilben bei vielen Hunden starken Juckreiz – vor allem an den Pfoten, am Bauch oder in den Achseln. Wie du einen Befall erkennst und was du dagegen tun kannst, erfährst du in unserem Beitrag Grasmilben beim Hund – woran erkennst du sie?
Trockene oder gereizte Haut
Auch trockene Haut kann dafür sorgen, dass sich dein Hund ständig kratzt. Häufig erkennst du kleine Schuppen im Fell oder raue Stellen auf der Haut.
Heizungsluft, häufiges Baden oder ungeeignete Pflegeprodukte können die Haut zusätzlich reizen. Verwende deshalb nur milde Produkte, die für Hunde geeignet sind, und bade deinen Hund nicht öfter als nötig.
Wenn sich die Haut zusätzlich entzündet
Durch ständiges Kratzen und Lecken wird die Haut schnell wund. Dann können sich Bakterien oder Hefepilze leichter vermehren und den Juckreiz noch stärker machen.
Achte auf Rötungen, nässende Stellen, Krusten, kahle Bereiche oder einen unangenehmen Geruch. Solche Hautstellen sollten genauer angeschaut werden, damit sich die Entzündung nicht weiter ausbreitet.
Was kannst du selbst beobachten?
Achte darauf, wann und wo sich dein Hund besonders stark kratzt.
Wird es im Frühling oder Sommer schlimmer? Leckt er nach dem Spaziergang häufiger an den Pfoten? Beginnt das Kratzen nach dem Putzen, nach dem Waschen seiner Decken oder an bestimmten Orten im Haus? Solche kleinen Hinweise können dabei helfen, den Auslöser einzugrenzen.
Schreib dir am besten ein paar Tage lang auf, wann der Juckreiz auftritt und was kurz davor passiert ist. Auch neue Pflegeprodukte, Waschmittel, Putzmittel, Leckerlis oder Kauartikel solltest du dabei berücksichtigen.
Wann sollte der Juckreiz abgeklärt werden?
Wenn dein Hund sich nur gelegentlich kratzt, ist das zunächst normal.
Kratzt, leckt oder knabbert er aber ständig, verliert Fell oder bekommt rote, wunde oder nässende Stellen, sollte die Ursache untersucht werden. Durch das dauernde Kratzen können zusätzliche Hautentzündungen entstehen, die den Juckreiz immer weiter verstärken.
Auch ein unangenehmer Geruch, Krusten, Schmerzen oder blutige Stellen sind deutliche Zeichen dafür, dass die Haut Unterstützung braucht.

Das Glas, das irgendwann überläuft
Stell dir den Körper deines Hundes wie ein Glas vor.
Pollen, Gräser, Hausstaubmilben, Schimmel, gereizte Haut oder Stress füllen dieses Glas nach und nach. Solange es noch nicht voll ist, zeigt der Hund vielleicht kaum Beschwerden. Kommt aber noch ein weiterer Auslöser dazu, läuft das Glas über – und der Hund beginnt sich zu kratzen, die Pfoten zu lecken oder bekommt entzündete Haut.
Bei allergischen Hunden können mehrere Auslöser gleichzeitig zusammenkommen. In der Tiermedizin spricht man deshalb auch von verschiedenen Faktoren, die einen neuen Allergieschub auslösen oder verstärken können. Dazu zählen Umweltallergene, Flöhe, bestimmte Futterbestandteile und zusätzliche Hautinfektionen.
Ein natürliches und gut verträgliches Futter nimmt dem Körper einen möglichen zusätzlichen Belastungsfaktor ab. So bleibt mehr Ruhe im System und der Körper kann besser mit den Allergenen aus der Umwelt umgehen.
Es geht also nicht darum, dass ein gutes Futter eine Umweltallergie verschwinden lässt. Es hilft aber dabei, das Glas nicht noch zusätzlich zu füllen.
Was kann deinem Hund helfen?
Versuche zuerst, mögliche Auslöser im Alltag zu finden und Schritt für Schritt wegzulassen. Wechsle nicht gleichzeitig Futter, Waschmittel, Putzmittel und Pflegeprodukte – sonst weißt du am Ende nicht, was wirklich geholfen hat.
Auch ein gut verträgliches Futter mit klaren Zutaten kann sinnvoll sein. So bleibt die Fütterung übersichtlich und du kannst Veränderungen besser beobachten. Mehr dazu findest du bei unserem naturbelassenen Hundefutter.
Fazit
Juckreiz kann viele Ursachen haben. Das Futter ist längst nicht immer schuld – oft kommen Pollen, Gräser, Hausstaubmilben, Schimmel, Parasiten oder Produkte aus dem Haushalt infrage.
Darum lohnt es sich, genau hinzuschauen und nicht wahllos alles auf einmal zu verändern. Kleine Beobachtungen aus dem Alltag können manchmal mehr verraten als der nächste schnelle Futterwechsel.
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