Warum leckt mein Hund ständig seine Pfoten?
- 31. Juli
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 7. Aug.
Viele Hunde lecken sich ab und zu die Pfoten. Das ist erst einmal ganz normal.
Leckt dein Hund aber sehr oft, lange oder immer an derselben Stelle, steckt meist mehr dahinter. Die Pfote kann jucken, wehtun oder gereizt sein.
Die häufigsten Gründe sind Allergien, kleine Verletzungen, Fremdkörper, Parasiten oder eine Entzündung zwischen den Zehen. Auch Langeweile und Stress können eine Rolle spielen.

In den meisten Fällen steckt hinter dem Pfotenlecken Juckreiz. Deshalb lohnt es sich immer, nicht nur die Pfoten, sondern den ganzen Hund genauer anzuschauen.
Ein kurzer Blick auf die Pfoten
Schau dir zuerst alle vier Pfoten in Ruhe an. Achte besonders auf die Stellen zwischen den Zehen und unter den Ballen.
Siehst du vielleicht:
eine kleine Wunde
einen Splitter oder eine Granne
Rötungen
Schwellungen
kahle Stellen
feuchte Haut
einen ungewöhnlichen Geruch
Leckt dein Hund nur eine Pfote, kann dort etwas stecken oder wehtun. Sind mehrere Pfoten betroffen, kommen eher Allergien oder Hautprobleme infrage.
Allergien als häufige Ursache
Viele Hunde lecken ihre Pfoten, weil die Haut juckt.
Auslöser können zum Beispiel Pollen, Gräser, Hausstaub, Milben oder bestimmte Bestandteile im Futter sein. Oft sind dann mehrere Pfoten betroffen. Die Haut zwischen den Zehen ist gerötet, warm oder feucht.
Manche Hunde knabbern zusätzlich an den Pfoten oder schlecken so lange, bis die Haut wund wird.
Auch die Ohren sind bei Allergien oft empfindlich. Leckt dein Hund also ständig seine Pfoten und hat gleichzeitig immer wieder Probleme mit den Ohren, lohnt sich ein genauer Blick auf mögliche Auslöser.
Treten die Beschwerden vor allem im Spätsommer auf, können auch Grasmilben die Ursache sein. Sie sitzen bevorzugt zwischen den Zehen und lösen dort starken Juckreiz aus.
Weitere hilfreiche Beiträge rund um Allergien, empfindliche Haut und Pfoten findest du auch in unserer Kategorie Haut, Pfoten & Allergien.
Kleine Verletzungen oder Fremdkörper
Manchmal steckt etwas ganz Einfaches dahinter.
Ein kleiner Splitter, eine Granne, ein Steinchen oder ein wunder Ballen kann schon reichen. Auch ein eingerissener Nagel oder eine kleine Verletzung zwischen den Zehen kann unangenehm sein.
Leckt dein Hund plötzlich nur an einer Pfote, schau dort besonders genau hin.
Findest du etwas, das sich leicht entfernen lässt, kannst du die Pfote vorsichtig reinigen. Bei starken Schmerzen, einer tiefen Wunde oder einer fest sitzenden Granne sollte lieber ein Tierarzt draufschauen.
Parasiten können ebenfalls jucken
Auch Flöhe, Grasmilben oder die Hirschlausfliege können starken Juckreiz verursachen. Je nach Auslöser sind nicht nur die Pfoten, sondern auch Bauch, Beine oder Ohren betroffen.
Dann leckt oder knabbert der Hund oft nicht nur an einer Stelle. Manchmal sind auch Bauch, Beine oder Ohren betroffen.
Schau dir die Haut genau an. Siehst du kleine rote Punkte, Krusten oder kahle Stellen, sollte ein Tierarzt prüfen, was dahintersteckt.
Entzündete Haut zwischen den Zehen
Wenn ein Hund seine Pfoten sehr oft leckt, bleibt die Haut zwischen den Zehen ständig feucht.
Dadurch wird sie schnell wund und kann sich entzünden. Die Haut ist dann oft rot, warm oder riecht unangenehm.
Manche Hunde laufen vorsichtiger oder möchten die Pfote nicht mehr richtig belasten.
Ist die Haut stark gerötet, geschwollen oder nässt sie, sollte ein Tierarzt die Pfote untersuchen.
Hunde schwitzen über ihre Pfoten
In den Pfotenballen sitzen kleine Schweißdrüsen. Deshalb können Hunde bei Wärme, Aufregung oder Stress feuchte Pfoten bekommen.
Zwischen den Zehen entsteht dadurch schnell ein warmes und feuchtes Klima. Zusammen mit häufigem Lecken kann das die Haut reizen und Entzündungen begünstigen.
Darum sollten die Pfoten nach dem Waschen oder Spaziergang gut abgetrocknet werden – besonders zwischen den Zehen.
Stress oder Langeweile
Manche Hunde lecken ihre Pfoten, obwohl äußerlich nichts zu sehen ist.
Dann können Stress, Unruhe oder Langeweile dahinterstecken. Das Lecken beruhigt den Hund für einen Moment und wird schnell zur Gewohnheit.
Mehr Bewegung, kleine Suchspiele und ruhige Beschäftigung helfen oft schon weiter.
Leckt dein Hund trotzdem immer weiter oder wird die Haut wund, sollte ein Tierarzt andere Ursachen ausschließen.
Was kannst du zu Hause tun?
Spüle die Pfoten nach dem Spaziergang kurz mit lauwarmem Wasser ab. So entfernst du Pollen, Staub und Schmutz.
Trockne danach besonders gut zwischen den Zehen. Feuchte Haut wird schnell wund.
Benutze keine scharfen Shampoos oder Desinfektionsmittel. Sie können die Haut zusätzlich reizen.
Auch die Ernährung kann eine Rolle spielen – besonders bei Hunden mit wiederkehrenden Haut- oder Allergieproblemen. Mehr dazu findest du in unserer Kategorie Fütterung & Futterwissen.
Wird die Pfote trotz Pflege nicht besser oder leckt dein Hund immer weiter, lass bitte einen Tierarzt draufschauen.
Wann solltest du zum Tierarzt?
Ein Tierarzt sollte sich die Pfote anschauen, wenn:
dein Hund stark humpelt
die Pfote geschwollen ist
die Haut nässt oder blutet
es unangenehm riecht
dein Hund große Schmerzen hat
das Lecken trotz Pflege nicht besser wird
Je früher die Ursache gefunden wird, desto schneller kann die Pfote wieder heilen.
Fazit
Ab und zu an den Pfoten zu lecken, ist ganz normal.
Leckt dein Hund aber sehr oft oder immer an derselben Stelle, solltest du genauer hinschauen. Häufig stecken Juckreiz, kleine Verletzungen, Allergien oder eine Entzündung dahinter.
Halte die Pfoten sauber und trocken und beobachte, ob weitere Beschwerden dazukommen. Wird es nicht besser, lass die Pfote bitte untersuchen.



